Foodblog - Gehoben, aber nicht abgehoben

Weinempfehlung

  • Die Weine zum mankannsessen-Weihnachtsmenü 2016

    Die Weine zum mankannsessen-Weihnachtsmenü 2016
    Als Sponsor für das diesjährige Weihnachtsmenü konnten wir den Kölner Weinhändler Rosário & Prange gewinnen. Die kleine Weinhandlung am Hermeskeiler Platz in Köln-Sülz wird von Dr. Teresa Rosário und Peter Prange geführt. Die beiden haben sich auf portugiesische Weine spezialisiert, aus dem Heimatland von Frau Rosário. Letztere hat an der Uni Geisenheim promoviert, ihr dort erworbenes Fachwissen und ihre Wurzeln in die alte Heimat nutzt sie für die Zusammenstellung eines wirklich nicht alltäglichen Weinsortiments.

    Die Weine von Rosário & Prange sind fast durchweg Geheimtipps, die man kaum irgendwo anders bekommt, zumindest nicht in Deutschland. Die beiden geben sich gern geheimnisvoll-zugeknöpft, was Hintergrund-Infos zu ihren Weinen angeht. Und auch über eine Internet-Recherche gelangt man nur mit Glück an deutschsprachige Informationen. Für sämtliche Weine haben wir ansonsten online nur ausländische Bezugsquellen gefunden.

    Leider führen Rosário & Prange derzeit auch keinen Online-Weinshop im klassischen Sinne, man kann dafür einen Newsletter abonnieren und per E-Mail bestellen. Das lohnt sich aber definitiv immer wieder, eine Blindbestellung ist fast ohne Risiko. Ich bin jedenfalls noch nie enttäuscht worden. Daher machen wir dieses Mal auch eine Ausnahme von der Regel, nur Weinhändler zu präsentieren, bei denen man online bestellen kann. Außerdem haben die beiden sich für das kommende Jahr fest vorgenommen, ihren Internet-Auftritt zu modernisieren.

  • Der hat was: Solar de Serrade Alvarinho 2015

    Solar de Serrade Alvarinho 2015
    Ein Weißwein kurz vor Weihnachten? Ja, ich weiß, jetzt ist eigentlich Rotwein-Saison. Aber sorry, ich konnte einfach nicht anders, nachdem ich diesen Wein probiert hatte. Einen derart harmonischen, filigranen Weißwein bekommt man nicht alle Tage ins Glas, und der Solar de Serrade ist mit Sicherheit eine Zierde auch für ein anspruchsvolles Weihnachtsmenü. Grund genug, nach langer Zeit endlich mal wieder eine Weinempfehlung zu bloggen.

  • Die Weine zum mankannsessen-Weihnachtsmenü 2015 vom Weingut Menges

    Menges-Weine zum mankannsessen.de Weihnachtsmenü 2015
    Wir sind nicht sicher, ob es erlaubt es, von Tradition zu sprechen, wenn etwas zum fünften Mal stattfindet. Aber warum eigentlich nicht, in unserer schnelllebigen Zeit. Also: Traditionell dürfen wir uns zu unseren Weihnachtsmenüs darüber freuen, dass die Weine dazu von uns freundich gesonnenen Winzern und Weinhändlern gesponsort werden. Dieses Jahr gilt unser Dank Weingut Menges aus Rauenberg. Für die überregionalen Leser unseres Blogs: Das liegt am südlichen Rand der Weinbauregion Badische Bergstraße, 20 km südlich von Heidelberg. Wir haben das Weingut hier bereits vor genau sechs Jahren in unserem ersten Winzerporträt vorgestellt.

  • Was für ein Spargelwein! Fattoria La Rivolta Falanghina Taburno DOC 2012

    Albet i Noya Cabernet rosat 2013
    Zwei Testfragen zu Beginn: Wo genau liegt Kampanien, und was ist Falanghina? Das weiß wirklich nicht jeder, auch unter italophilen Weinfreunden. Kampanien ist eine Region an der südlichen Westküste Italiens und nicht zu verwechseln mit Kalabrien, das liegt noch weiter südlich. Viel bekannter ist ihre Hauptstadt Napoli (Neapel). Und Falanghina ist, man ahnt es vielleicht, eine dort wachsende Edelrebe. Sie ist sonst kaum irgendwo anzutreffen, aber speziell in der Region um Neapel sehr beliebt. Es ist eine sehr alte Rebsorte, sie soll schon den Römern bekannt gewesen sein. Zur Verkostung kommt hier ein Produkt des nordöstlich von Neapel gelegenen Weinguts Fattoria La Rivolta, der Falanghina Taburno DOC 2012.

  • Rarität für die Terrasse: Albet i Noya Cabernet rosat 2013

    Albet i Noya Cabernet rosat 2013
    Die Terrassensaison ist eröffnet, Zeit für den ersten Rosé des Jahres. Genauer gesagt, einen "Rosat". Das ist katalanisch, denn mein Wein ist der Albet i Noya Cabernet rosat 2013 aus der spanischen Weinbauregion Penedès, der laut Wiki-pedia bedeutendsten in Katalonien. Der auf Bioweine spezialisierte Weinversand Delinat, dessen Degustier-Service ich mir seit einiger Zeit gönne, hat gutes Timing bewiesen und mir rechtzeitig eine Kiste mit drei Flaschen Roséwein geschickt.

  • 3Klang 2008, Weingut Ihle, Rauenberg/Kraichgau

    Ihle 3klang
    Dass auch deutsche Winzer heutzutage gehaltvolle, dichte Rotweine produzieren, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dass dies angeblich an der Klimaerwärmung liegt, ist dagegen in meinen Augen blanker Unsinn. Das Klima in Deutschland ist kaum messbar wärmer geworden, das merkt man ja dieses Jahr mal wieder ganz deutlich. Wenn überhaupt, dann findet die Erwärmung im globalen Durchschnitt statt. Aber lassen wir das, hier ist ein Gourmet-Blog und nicht Greenpeace.

    Der eigentliche Grund für immer mehr gute deutsche Rotweine liegt schlicht darin, dass die hiesigen Winzer sich zum Einen die Techniken ihrer Kollegen aus dem Ausland und aus Übersee abgeschaut haben. Und zum Anderen gibt es mittlerweile für diese Weine auch einen Markt, sprich der deutsche Weintrinker honoriert zunehmend die Bemühungen heimischer Winzer, indem er für einen guten Rotwein lokaler Provenienz auch mal zehn Euro und mehr zu zahlen bereit ist.

    Die Winzerfamilie Ihle aus dem kurpfälzischen Rauenberg hat diese Erkenntnis konsequent umgesetzt. Kellermeister Andreas Ihle hat sein Wissen in Südafrika auf den neuesten Stand gebracht. Sein Lemberger Alte Reben und der Spätburgunder Barrique sind seit jeher Monumente badischen Rotweinbaus jenseits des klassischen Spätburgunders. Außerdem begann Ihle vor einigen Jahren mit dem Versuchsanbau der eigentlich südfranzösischen Syrah-Rebe auf seinen Parzellen. Das Ergebnis ist seit 2008 käuflich zu erwerben, und zwar in verschiedenen Ausbaustufen. Neben einer reinsortigen Syrah-Abfüllung führt Ihle in seinem Sortiment noch zwei Cuvées mit Syrah-Anteil. Eine davon, den 3Klang 2008, schaute ich mir neulich genauer an.

  • Ein deutscher Brunello: 2008 "Cuvée Andrea" Rotwein trocken Barrique, Frank Schiele (Rauenberg, Baden)

    Cuvée Andrea
    Der deutsche Weinbau erfährt im Moment eine radikale Modernisierung, keine Frage. Dieser Prozess ist zwar schon längere Zeit im Gange, aber gerade die teilweise sensationellen Ergebnisse der jüngsten Zeit erschienen bis vor zehn Jahren nicht vorstellbar, insbesondere im Bereich der Rotweine. Nun wird die Fachpresse ja nicht müde, das dem Klimawandel zuzuschreiben. Für mich ein klarer Fall von Quotenschinderei, Klimawandel verkauft sich halt gut. In Wahrheit ist es viel einfacher.

  • Der letzte Rosé: La Bastide St. Dominique Pays de Méditerranée 2010

    La Bastide St. Dominique Pays de Méditeranée
    Die Zeiten für Schönwetter-Wein dürften seit gestern erst mal vorbei sein. Widmen wir also diesen Beitrag einer Reminiszenz an den goldenen Oktober, indem wir meinen Neuerwerb verkosten, den Pays de Méditeranée 2010 Rosé meines südfranzösischen Lieblings-Châteaus La Bastide St. Dominique. Das Château ist normalerweise renommiert für seine hochkonzentrierten aromatischen Weine der Appellations Contrôlée Côtes-du-Rhône- und Châteauneuf-du-Pape. Der hier präsentierte, als Landwein der geschützten Herkunftsbezeichnung Pays de Méditerranée klassifizierte Rosé des Jahrgangs 2010 ist sozusagen der Einsteigerwein im Rosésegment von La Bastide. Das lässt aufhorchen, denn für weniger als fünf Euro wird hier eine Qualität geliefert, die ihresgleichen sucht.

  • Der beste Rosé der Welt? Tavel Domaine Corne-Loup 2008

    Tavel Domaine Corne-Loup 2008
    So langsam erlauben es die Temperaturen ja wieder, ein Glas Wein im Freien zu genießen. Zumindest hier im Südwesten. Seid tapfer, Ihr Nordlichter! Zu Euch wird der Frühling auch noch kommen. Mein liebster Terrassenwein ist, wie hier sattsam bekannt sein dürfte, der Rosé. Das darf gern ein schlichter Schlotzerwein sein, den man auch mal als Schorle trinken kann. Der heute vorgestellte Rosé ist allerdings von ganz anderem Kaliber. Er stammt aus einer Region, die von sich behauptet, den besten Rosé der Welt zu produzieren. Der Tavel ist eher ein Wein zu einem festlichen Essen. Aber vielleicht kann ja das Oster-Menü dieses Jahr auf der Terrasse genossen werden, dann hat man mit dem Tavel Domaine Corne-Loup den perfekten Begleiter.

  • Ochse-was? Auxerrois 2009 Kabinett von Menges

    Menges Auxerrois 2009
    Heute haben wir es wieder mal mit einer echten Rarität zu tun. Allein der Name klingt schon exklusiv: Auxerrois hört sich nicht nur französisch an (Aussprache etwa "Ochseroa"), die Rebe soll aus der zwischen Paris und Dijon gelegenen französischen Grafschaft Auxerre stammen. Wikipedia weiß über die Auxerrois sehr genau Bescheid, danach soll es weltweit nur etwa 2500 Hektar davon geben. Zum Vergleich: Die eng verwandte Chardonnay bringt es auf 175.000 Hektar. In Deutschland sind es gerade mal 177 und im badischen Kraichgau immerhin 26 Hektar Auxerrois. Wenn man einen badischen Auxerrois im Glas hat, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass er vom Weingut Menges stammt. Und wenn es dann noch der frisch abgefüllte 2009er ist, darf man sicher sein, einen Spitzenwein zu einem sensationellen Preis-Leistungsverhältnis vor sich zu haben.

  • Zeit für das Besondere: 2009 Villa Tabernus Cuvée weiß (Pfalz) 3 Liter Weinschlauch

    2009 Villa Tabernus Cuvée weiß
    Regelmäßige Besucher von Jacques' Weindepot kennen vielleicht schon Villa Tabernus, einen Zusammenschluss von vier ehrgeizigen Pfälzer Winzern aus Bad Bergzabern von der Südlichen Weinstraße. Die vier Herren haben sich zum Ziel gesetzt, modernstes Weinbau-Know-How mit mehr als 500 Jahren Weinbautradition zu vereinen. Ihre Website bietet leider nicht wirklich hilfreiche Informationen über das, was sie so treiben, da wird man bei Jacques besser bedient. Wirklich überzeugend ist dagegen die Verkostung ihrer Produkte an der Probiertheke von Jacques. Ihr 2009 Villa Tabernus Cuvée weiß ist ein modernes und ansprechendes Produkt deutscher Weinbaukunst Basis dieser überaus unkonventionellen Cuvée sind die Rebsorten Riesling, Weißburgunder und Müller-Thurgau (sic!). Der 3-Liter-Weinschlauch liefert dazu eine ebenso moderne wie effiziente Verpackung, die nebenbei auch noch wirklich ästhetisch daherkommt. Dabei hat dieser frische Tropfen Effekthascherei gar nicht nötig.

  • Frankenwein einmal anders: Frank & Frei 2009

    Frank & Frei 2009
    Fränkischer Müller-Thurgau im Bocksbeutel, möglichst noch mit verschnörkelter Schrift und bräunlichem Etikett, das war jahrezehntelang ein Monument deutscher Weinbau-Tradition. Frankenweine hatten zwar bei Kennern schon immer einen guten Ruf, weil sie auch in der Phase, als deutscher Wein wie Limonade schmeckte, immer trocken - der ungeübte Weintrinker sagt "sauer" - gewesen sind. Als Kultwein taugten sie jedoch nie, dafür war ihr Image viel zu konservativ. Dazu kam: Wer etwas auf sich hielt, trank lange Zeit lieber "Pinno gritschio", Prosecco oder eben Riesling, aber auf gar keinen Fall Müller-Thurgau. Diese Rebsorte ist das Synonym für deutschen Schlotzerwein. Wikipedia charakterisiert sie treffend als anspruchslos, kaum ausbaufähig und als Lieferant großer Erntemengen für Massenweine. Auch das jüngst erfolgte Re-Branding als "Rivaner" änderte daran nicht sonderlich viel. Siebzehn befreundete Winzerinnen und Winzer aus Franken wollten das nicht auf sich sitzen lassen und ließen bei ihrem Projekt keinen Stein auf dem anderen, die traditionelle Müller-Thurgau-Rebe wurde sozusagen völlig neu eingekleidet. Nicht Bocksbeutel, sondern Bordeauxflasche. Kein Korken, sondern Drehverschluss. Keine Schörkel auf dem Etikett, sondern ein puristisches Logo auf modernem, rostrotem Hintergrund. Und in der Flasche kein "saurer" Wein, sondern eine faustdicke Überraschung. Wer diesen Wein kostet, nimmt an einem aufregenden Modernisierungs-Experiment teil.

  • Weinrallye Nr. 28: Pfeffriges zum Advent - 2009 Aroma Pimiento Cabernet Sauvignon und Pfefferkuchen

    Weinrallye Nr. 28: Pfeffriges zum Advent
    Weinrallye \#28: Adventswein oder Wein zum Christstollen{.left width=“200”} Advent und Wein - ein schönes Thema für eine Weinrallye. Wenn man nicht gerade an Glühwein denkt, dann ist das wirklich eine Herausforderung. Die meisten Adventsgenüsse sind schließlich süß, und Süßes zu Wein - na ja. Zum Glück gibt es Pfefferkuchen - ein Klassiker unter den Adventsgebäcken, eher herb und mit einer leichten Schärfe. Er scheint nicht mehr ganz in die Zeit zu passen, es ist gar nicht so einfach, ihn im Supermarkt zu bekommen, ich brauchte drei Versuche. Aber welcher Wein könnte wohl gut zu Pfefferkuchen schmecken? Rot und nicht zu leicht sollte er wohl sein, dabei fruchtig, und etwas Restsüße wäre auch nicht schlecht. Ein heißer Kandidat müsste, zumindest dem Namen nach, der 2009 Aroma Pimiento Cabernet Sauvignon von Estelle Dauré aus Chile (nein, nicht Chili) sein. "Pimiento" ist spanisch für Paprika. Auf englisch sagt man "Red Pepper". Das ist nicht so weit von Pfeffer entfernt. Müsste doch eigentlich passen ...

  • "Le Beaujolais nouveau est arrivé!" - oder darf's lieber ein Junger Österreicher sein?

    Beaujolaus nouveau und Junger Österreicher
    Der dritte Donnerstag im November ist bei vielen Weinfans ein Kultdatum: "Le Beaujolais nouveau est arrivé!" - Der neue Beaujolais ist da! Dies hat eine lange Tradition. Der Verkauf jungen Weins des aktuellen Jahrgangs ist nach dem französischen Weingesetz eigentlich nicht erlaubt. Im November 1953 jedoch erstritten sich die Winzer des Beaujolais eine Ausnahmegenehmigung, ihren neuen bzw. ersten ("nouveau" bzw. "primeur") Wein ab dem dritten Donnerstag im November desselben Jahres verkaufen zu dürfen. Seitdem flippt die gesamte Wein trinkende Welt regelmäßig Mitte November aus und stürmt die Weinregale. Angeblich werden jedes Jahr 40 Millionen Flaschen Beaujolaus nouveau produziert, von denen über drei Viertel nach Nordamerika, Japan, Deutschland und Großbritannien exportiert werden. Wie so oft ist ein Kult der Qualität eines Produkts nicht unbedingt zuträglich. Beaujolais hat in vielen Kreisen das Image eines Billigweins, und das teilweise zu Recht. Die Gamay-Traube, aus der er gekeltert wird, tritt im Qualitätsweinbau ansonsten nicht in Erscheinung. Natürlich gibt es auch anspruchsvolle, reifere Beaujolais, im Vergleich zu ihren jungen Ablegern sind sie jedoch kommerziell wie kulinarisch vergleichsweise unbedeutend. Für einen Beaujolais nouveau vernünftiger Qualität muss man fast so viel ausgeben wie für einen ordentlichen Burgunder. Anlass genug für einen Test, ob das Geld gut angelegt ist. Wer Beaujolais partout nicht mag, für den gibt es mittlerweile zum Glück auch andere Primeur-Weine. Neben einem Beaujolais nouveau habe ich mir deshalb einen jungen Kremser aus Österreich genauer angeschaut und natürlich probiert.

  • Fruchtiger Sizilianer: 2008 Feudo Arancio Nero d'Avola Sicilia Weinschlauch 5 Liter

    Feudo Arancio
    Feudo Arancio heißt auf gut Deutsch "Orangenhof". Das ist der Name eines sizilianischen Landweins, der seit einiger Zeit bei Jacques im Angebot ist. Dabei ist die Namensgebung nicht etwa ein Hinweis auf den durchaus fruchtigen Charakter dieses Weins, sondern darauf, dass Zitrusfrüchte das bedeutendste Agrarprodukt dieser Gegend sind. Die Liebhaber der sizilianischen roten Leitrebe Nero d'Avola dürfen sich freuen, denn sie bekommen mit dem Feudo Arancio ihren Lieblingswein im 5-Liter-Weinschlauch, und das bei einem fantastischen Preis-Leistungsverhältnis.

  • Wein aus der Wüste: Artero Muñoz la Mancha Crianza 2006

    Artero Crianza 2006
    Die spanische Weinregion La Mancha ist in Deutschland immer noch kaum bekannt. Und das, obwohl sie mit mehr als 500.000 Hektar Rebflächen das größte Weingebiet der Welt ist und die Hälfte der spanischen Weinproduktion liefert. Ebenso wenig bekannt ist, dass der typische spanische Wein eigentlich der Weißwein ist. 450.000 ha der Mancha sind mit der Weißwein-Rebe Airén bepflanzt, das entspricht ziemlich genau 50% der Rebfläche Frankreichs. Und das, obwohl nach dem Beitritt Spaniens zur EU ein Drittel der Rebflächen der Mancha stillgelegt wurden. Leider liefert die Airén nur äußerst durchschnittliche Weine, die allenfalls für die Brandy-Destillation taugen. Das Klima der Mancha (span. für "Schmutzfleck") ist extrem, im Winter sinken die Temperaturen auf -15°C, im Sommer erreichen sie bis zu 45°C. Dabei ist es fast wüstenhaft trocken. Trotz dieser unwirtlichen Bedingungen entstehen in der Mancha manche hervorragenden Weine, diese sind dann allerdings meist Rotweine. Führend ist dabei die edelste spanische Rotweinrebe Tempranillo, hier Cencibel genannt. Einer davon ist der Artero Crianza 2006 von den Bodegas Muñoz. So viel vorweg: So viel Wein für so wenig Geld bekommt man nicht alle Tage.

  • Urlaubswein: Villa Anitan Blanco - Weinschlauch 10 Liter

    Villa Anitan Blanco
    Auch ein 10-Liter-Weinschlauch gehört zu meiner Urlaubs-Standardausstattung für Ferien-wohnungen. Fährt man im Sommer an die Küste, bietet sich ein leichter, fruchtiger Weißwein an, der gut zu Fischgerichten passt. Jacques' Weindepot hat auch hier wieder etwas Passendes im Angebot, den Villa Anitan Vino de Mesa Blanco aus Spanien. Leider hatte ich vergessen, ein Foto zu machen, bevor ich den Karton für die Rückreise entsorgte. Auf dem Foto oben also nur die Innereien, der eigentliche Schlauch mit dem traurigen Rest von drei Wochen Urlaub. Den Originalzustand kann man bei Jacques betrachten.

  • Terrassenwein: 2008 Marrenon rosé Côtes du Luberon Weinschlauch

    2008 Marrenon rosé Weinschlauch
    Die Schafskälte liegt hinter uns, der Terrassen-Saison steht nichts mehr im Wege. Die perfekte Ergänzung zu einem lauen Sommerabend auf der Terrasse ist für mich ein Glas Rosé. Leider gibt es da ein Problem: Die meisten Rosés halten sich nicht besonders lange in der geöffneten Flasche. Man muss sich dann gewöhnlich zwischen den zwei Alternativen entscheiden: Entweder mehr zu trinken - was auf Dauer nicht gesund ist - oder irgendwann den Rest verdorbenen Weins wegzuschütten - was schade ist. Glücklicherweise gibt es eine dritte Alternative ohne die beiden Nachteile. Sie ist allerdings schuld daran, dass auch dieses Foto nicht besonders spektakulär ausfällt - was man vom Gegenstand dieses Blogs bei weitem nicht behaupten kann.

  • Strasbourger Mitbringsel Teil 2: Château Dubraud – Premières Côtes de Blaye Bordeaux Clairet 2007

    Château Dubraud Clairet
    Vigneron Independant
    Eine Bauern- äh, Winzerregel besagt, dass Winzer, die gute Weißweine machen, auch passable Rosés produzieren. Dies dürfte daran liegen, dass beide Weintypen die Beherrschung vergleichbarer, sensibler Techniken erfordern. Der Blanc 2007 von Château Dubraud von Alain & Céline Vidal macht deshalb neugierig auf ihren Bordeaux Clairet 2007 - und das zu Recht. Ich konnte beide Weine auf der Straßburger Weinmesse verkosten.

  • Strasbourger Mitbringsel Teil 1: Château Dubraud – Premières Côtes de Blaye Blanc

    Château Dubraud blanc
    Vigneron Independant
    Der Blanc von Château Dubraud von Alain & Céline Vidal ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Hersteller exzellenter Rotweine oft auch ein Händchen für die Vinifikation von Weiß- und Roséweinen haben. Leider sind tanninbetonte Bordeaux-Rotweine nicht so mein Fall. Um so besser, dass Familie Vidal auch jeweils einen sehr guten Weiß- und einen Roséwein im Angebot hat. Auf der Straßburger Weinmesse konnte ich sie alle probieren.

  • Sardinier und Sardellen: Araja - Valli di Porto Pino 2004, Cantina Santadi (Sardinien)

    Araja - Valli di Porto Pino 2004
    Schon länger habe ich auf eine Gelegenheit gewartet, die Kalbsrouladen mit Tomaten-Sardellen-Mozzarella-Füllung mit dem Tomaten-Sardellen-Risotto nachzukochen. Mein letzter Italiener im Keller, der Araja - Valli di Porto Pino 2004 der Cantina Santadi aus Sardinien, schien mir ein geeigneter Begleiter zu diesem Gericht zu sein. Sardellen und Sardinien, das musste doch passen.

  • Weinrallye #20: Spätburgunder Rotwein Spätlese trocken 2007 von Weingut Hercher zu Kabeljau mit Kartoffelkruste

     Spätburgunder Rotwein Spätlese trocken 2007 von Weingut Hercher
    Weinrallye Wein zum Fisch, aber nicht weiß und trocken - ein schönes Thema für eine Weinrallye und eine gute Motivation für mich, meinen Einstand in dieser erlauchten Community zu geben. Das Thema ist mir deshalb sympathisch, weil es eine gute Gelegenheit ist, alte Zöpfe und Konventionen des Weingenusses abzuservieren. Natürlich passt Rotwein zu Fisch! Das ist allein eine Frage der Geschmackskomposition. Und wenn es so tolle Gerichte gibt wie Kabeljau mit Kartoffelkruste, Rotweinschalotten und Spinat gibt, die den Rotwein sogar explizit einfordern, braucht man sich nicht mal zu überwinden.

  • Down Under Meets Asia: 2007 Captains Chardonnay-Sémillon von Hardy's

    2007 Captains Chardonnay-Sémillon von Hardy\'s
    Eine Weinempfehlung zu Gerichten asiatischer Provenienz wie dem Tigerwels mit Karottenrisotto zu geben ist immer eine Herausforderung, besonders bei Fischgerichten. Speziell die oft präsente Schärfe, egal ob von Chillies oder von Ingwer - in dem hier erwähnten Rezept ist beides drin - bringt viele typischerweise zu Fischgerichten gut passenden leichten Weißweine aus dem Gleichgewicht. Erfahrungsgemäß kommen die traditionell etwas robusteren "Hot-Wineyard"-Weißweine der südlichen Hemisphäre mit dieser Situation sehr gut zurecht. Das gilt insbesondere für den 2007 Captains Chardonnay-Sémillon von Hardy's.

  • Der Wein zum Schwein: Cappello di Prete - Salento Rosso IGT 2003

    Der Wein zum Schwein: Cappello di Prete - Salento Rosso IGT 2003
    Diese Weinempfehlung war eine echte Herausforderung - und die erste, wo ich meine ursprüngliche Wahl noch nach Öffnen der Flasche revidieren musste. Ich hatte die runde Süße des dazugehörigen Gerichts, des Toskanischen Wildschweinragouts, gehörig unterschätzt. Ursprünglich hatte ich mir einen apulischen Primitivo ausgeguckt. Das dafür so typische Kirscharoma, so dachte ich, sollte vorzüglich zu der fruchtigen Würzsauce passen. Doch leider erwies sich der Wein dann doch etwas zu herb, um die Sauce richtig abzurunden. Es half alles nichts, die Flasche wurde für den nächsten Tag weggestellt. So etwas passiert halt, wenn man seinen Wein in Online-Shops bestellt und sich zu sehr auf die Beschreibung verlässt (zur Verlässlichkeit von Weinbeschreibungen siehe meinen ersten Artikel). Für Neugierige: Es war der A Mano 2007 von Fusione aus Apulien. Ich werde ihn bei einer passenderen Gelegenheit hier ausführlich beschreiben. Allerdings war jetzt Eile geboten, denn das Essen stand verzehrbereit auf dem Tisch. Die eiserne Reserve aus dem Keller musste ran: Der Cappello di Prete - Salento Rosso IGT 2003.

  • Edles von Aldi: Finca Sobreno Crianza DO 2004

    Finca Sobreno Crianza DO 2004
    Ich freue mich, mich Euch heute vorstellen zu können. Ab sofort werdet Ihr von mir hier regelmäßig über Weine lesen, die ich zu mipis Rezepten ausprobiert habe und hier vorstellen werde.

    Philosophisches

    Ein paar Worte zu mir und meiner Philosophie: Ich würde mich zwar nicht als Weinkenner, aber als Weinliebhaber bezeichnen. Mit Wein beschäftige ich mich seit über 20 Jahren. Ein guter Wein ist für mich Bestandteil jedes guten Essens. Wobei "gut" heißen soll: Der Wein soll gut schmecken und gut zum Essen passen. Letzteres sehe ich ganz unideologisch, z.B. kann Rotwein zu Fisch erfahrungsgemäß eine echte Bereichung sein, hierzu werde ich demnächst etwas schreiben. Andererseits gibt es Kombinationen, die einfach nicht hinhauen, wie z.B. Sauvignon zu Spargel oder Syrah zu Brie-Käse. Ich möchte mich hier auf Weine beschränken, die man sich leisten kann, d.h. auf solche, die max. 10 Euro kosten.