Foodblog - Gehoben, aber nicht abgehoben

Tortanic vor Tortuga? Nö, nur hohe Käsetorte

von weinnase
09. Mai 2012

Hohe Käsetorte
Der Käsekuchen ist laut ZEITmagazin Nr. 17/2012 der Klassiker unter den deutschen Kuchen. Da muss was dran sein, denn Käsekuchen bekommt man in so ziemlich jeder Bäckerei. Wie bei allen Klassikern existieren Dutzende von verschiedenen Grundrezepten. Dabei gibt es allerdings ein Problem, das ich mit dem Autor des Artikels Matthias Stolz teile: Fast keiner schmeckt so, wie es eigentlich sein soll. Eigentlich geht es mir bei fast jedem gekauften Kuchen so, der selbst gebackene schmeckt mir immer besser, besonders dann, wenn er von meiner besseren Hälfte gebacken wurde. Aber beim Käsekuchen ist es besonders krass, da man geneigt ist anzunehmen, dass man bei einem derart puristischen Rezept nicht viel falsch machen könne. Man kann offenbar doch.

Der Autor des ZEITmagazin-Artikels ist deshalb für drei Tage auf der Suche nach dem besten Käsekuchen durch Deutschland gereist und ausgerechnet zweimal ganz in meiner Nähe fündig geworden, nämlich im nordbadischen Eberbach und im ebenfalls am Neckar und auf halbem Wege zwischen Heidelberg und Mannheim gelegenen Edingen. Aus letzterem kommt Peter Kapp, von dem das hier vorgestellte Rezept stammt. Es hat das Zeug, zu meinem Lieblings-Käsekuchen-Rezept zu avancieren, da es so herrlich puristisch ist und keinerlei Schnick-Schnack enthält. Zitrone z. B. hat für mich in Käsekuchen nichts zu suchen, ein Mürbteig dagegen ist ein Muss. Die Herausforderung besteht darin, ihn so zu backen, dass zum einen die Füllung fest wird, er andererseits aber weder oben verbrennt noch reißt. Zumindest dann, wenn man ein Ästhet ist. Schmecken tut er ja auch so.

Zutaten

  • 300 g Mehl
  • 150 g Butter
  • 150 g Zucker
  • 1 Ei
  • etwas Milch
  • 1200 g Magerquark
  • 125 ml Milch
  • 250 g Puderzucker
  • 60 g Speisestärke
  • Mark einer Vanilleschote
  • 8 Eier
  • 125 g Sahne

Zubereitung

Backofen auf 200 °C vorheizen. Die Zutaten für den Teig vermischen, glatt kneten und eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen. Die Zutaten für die Füllung bis auf Eier und Sahne vermengen. Die Eier trennen, Eigelb zur Quarkmasse geben, Eiweiß und Sahne getrennt steif schlagen und unter die Masse heben. Teig ausrollen und in eine Springform (28 cm Durchmesser) geben, einen 5 cm hohen Rand formen. Quarkmasse auf den Teig geben und in den Backofen stellen. Nach ca. 20 min., wenn die Masse sich hebt, Kuchen herausnehmen und die Decke am Teigrand entlang rundherum einschneiden, damit sie nicht reißt. Ggf. nach weiteren 20 min. wiederholen. Die Gesamtbackzeit beträgt etwa eine Stunde, evtl. sollte mit einem Zahnstocher getestet werden, ob die Quarkmasse fest ist. Im Originalrezept steht 40 Minuten, aber das erwies sich im praktischen Versuch als deutlich zu kurz. Hat alles geklappt, sieht das Ergebnis hoffentlich so aus:

Hohe Käsetorte

Noch ein Hinweis...

Das ZEITmagazin Nr. 17/2012 hat den vielsagenden Titel "Süß". Er bezieht sich nicht auf das abgebildete Katzenbaby, sondern - oh Feinschmecker-Herz, frohlocke! - auf eine Reihe von kulinarisch anspruchsvollen Dessert-Rezepturen im Innern. Die vier Rezepte für "richtigen" Käsekuchen inkl. dem vorliegenden, die Matthias Stolz auf seiner Recherche gefunden hat, gehören dazu. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der geneigte regelmäßige Besucher von mankannsessen.de hier denmächst noch mehr Rezepte aus dieser Ausgabe lesen können wird.

Tags

Gänge: Kuchen
Regionen: Europa Deutschland
Zutaten: vegetarisch

Kommentare

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